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Meine Kandidatur als Bürgermeister nach 6 Jahren Bürgermeister von Tegernheim
Zwei Punkte liegen mir besonders am Herzen:
- Wieso ich heute hier stehe und um euer Vertrauen werbe.
- Weshalb ich mich für eine weitere Amtsperiode qualifiziert halte.
Bei der Frage nach meiner Motivation, fällt mir die Antwort sehr leicht: Tegernheim ist mehr für mich als mein Geburts- und Wohnort. Hier ist meine Heimat. Hier bin ich geerdet. Unsere Gemeinde liegt mir einfach am Herzen. Ich bin noch jung und frisch genug, um mich mit ganzer Kraft der Herausforderung, weitere 6 Jahre Bürgermeister von Tegernheim zu sein, zu stellen.
18 Jahre Gemeinderat, davon 6 Jahre 2. Bürgermeister und die vergangenen 6 Jahre als 1. Bürgermeister, die kommunalpolitische Arbeit ist seither meine schönste Aufgabe. Die Tätigkeit als Bürgermeister ist bestimmt nicht immer vergnügungssteuerpflichtig, aber Rückschläge und Konflikte gehören dazu und haben mich im Endeffekt gestärkt. Das Mitwirken an der Gestaltung unserer gemeinsamen Zukunft macht mir Freude. So kann ich sagen, dass die Kommunalpolitik - je länger, desto mehr - meine Begeisterung geweckt hat, weiter die Verantwortung für unseren Ort zu übernehmen. Deshalb möchte ich mich nochmals um das Amt des Bürgermeisters bewerben.
Tegernheim und die Menschen hier sind’s wert, sich reinzuknien, die Ärmel hochzukrempeln und weiter kräftig anzupacken. Nun steht bei eurer Wahlentscheidung zum FWG-Bürgermeisterkandidaten sicher nicht im Vordergrund, was mein persönlicher Antrieb ist. In erster Linie zählt, ob ich die Voraussetzungen für dieses Amt mitbringe oder ‚noch immer‘ mitbringe. Was also befähigt mich, weitere 6 Jahre die Geschicke der Gemeinde zu leiten.
Als gelernter Elektriker habe ich gelernt anzupacken, habe Erfahrungen gesammelt und viele Dinge umgesetzt. Als Ingenieur (FH) beim Sachsenwerk und anschließend 25 Jahre bei der Telekom AG habe ich als Führungskraft gelernt, Verantwortung für die Menschen, Personal und die Ziele, Projekte und Ergebnisse zu übernehmen. Dies sind Voraussetzungen, die grundsätzlich auch ein Rathauschef beherrschen muss und welche ich in den letzten 5 bzw. 6 Jahren in die Gemeindeverwaltung eingebracht habe.
Meine langjährige Tätigkeit als Gemeinderat und als Bürgermeister hat mir bereits tiefe Einblicke in die kommunalpolitischen Prozesse gegeben und ich kann deshalb durchaus behaupten, dass ich über eine ausgeprägte kommunalpolitische Kompetenz und Erfahrung verfüge.
Die Gemeinde erfolgreich zu führen, ist ein Mannschaftssport, bei dem viele mitspielen müssen. Mir fällt es leicht, im Team zu arbeiten. Wer mich kennt, bestätigt mir die Bereitschaft und eine gewisse Leidenschaft zur Berücksichtigung unterschiedlicher Interessen. Wenn die Argumente überzeugend sind, lasse ich mich auch gerne eines Besseren belehren. Und schließlich ist die weit gefächerte und umfangreiche Aufgabenpalette des Bürgermeisters nur mit Freude am Umgang mit Menschen zu meistern. Diese kann man mir sicherlich nicht absprechen.
Es hilft meines Erachtens den Ort mit seinen Strukturen und Besonderheiten gut zu kennen und mit den Menschen hier verbunden zu sein, um die sachbezogene und erfolgreiche Arbeit der letzten Jahre weiterzuführen. Meine Amtsführung ist von klaren Vorstellungen geprägt. Die Kompetenzen des Bürgermeisters sind in der Gemeindeordnung festgelegt. Ebenso eindeutig ist geregelt, dass der Gemeinderat als Hauptorgan der Gemeinde in den wesentlichen Fragen die Entscheidungshoheit besitzt. Deshalb ist hier Kommunikation sehr wichtig. Der frühzeitige Austausch von Informationen und Fakten ist Basis dafür, das Für und Wider abzuschätzen und sich ein eigenes Urteil zu bilden. Hier möchte ich weiter Impulse geben, neue Kommunikationsplattformen im Internet nutzen und das Tegernheimer Mitteilungsblatt durch mehrere Ausgaben pro Jahr aktuell halten. Hinzu kommt die Bereitschaft zur Kommunikation „immer und überall“. Ich stehe bereits jetzt jedem Rede und Antwort und werde dies auch in Zukunft beibehalten.
Meiner Meinung nach ist es falsch, wenn ein Bürgermeister hochfliegende Pläne quasi im Alleingang verwirklichen wollte. Die Herausforderung derzeit besteht darin, die vielen geplanten Projekte zu stemmen und die alltäglichen Aufgaben angemessen zu erledigen. Wir sind z. Z. immer noch schuldenfrei, wir müssen uns jedoch in eine Position arbeiten, in der wir unsere Handlungsspielräume vergrößern können. Eine Neuverschuldung ist nicht zu umgehen, jedoch sollte diese überschaubar bleiben.
Das heißt nichts anderes, als dass der Bürgermeister mit seiner Verwaltung neue Ideen zu realistischen Zielen formen und mit Unterstützung der Bürger sowie in konstruktiver Zusammenarbeit mit dem Gemeinderat Schritt für Schritt die Umsetzung meistern muss.
Tegernheim hat sicherlich keine schlechte Ausgangsposition für den Hürdenlauf in die Zukunft. Diesen Optimismus nehme ich aus der Überzeugung, dass unsere Gemeinde schon Einiges vorweisen kann, was sie von anderen abhebt bzw. was hervorragend funktioniert und zwar:
- Wir haben ein intaktes Gemeinwesen mit gutem, menschlichem Miteinander, viel ehrenamtlichem Engagement in den unterschiedlichsten Feldern der Vereinsarbeit, in Kirchen, Verbänden und sozialen Initiativen.
- Die kommunale Infrastruktur ist auf hohem Niveau. Es ist im Grunde alles da, was man braucht. Zudem verfügen wir über ein schönes Ortsbild und die Nähe zur Stadt Regensburg beschert uns eine gute öffentliche Verkehrsanbindung. Tegernheim hat gute Chancen sich auch zukünftig als attraktive und moderne Stadtrandgemeinde weiterzuentwickeln
Dies setzt allerdings voraus, dass die Weichen jetzt richtig gestellt werden, damit die Gemeinde in der Lage bleibt, die Anforderungen der hier lebenden Menschen zu erfüllen und für Neubürger attraktiv zu bleiben. Die Bedürfnisse der unterschiedlichen Einwohnergruppen sind vielfältig und werden sich zukünftig noch spürbar verändern.
Es sind zu erhalten bzw. zu verbessern:
- die bedarfsgerechte Kinderbetreuung,
- die moderne und fortschrittliche Grundschule,
- der solide Gewerbestandort mit sicheren Arbeitsplätzen,
- die Einkaufsmöglichkeiten für Lebensmittel und Waren des täglichen Bedarfs,
- die Gastronomie,
- das kulturelle und soziale Leben,
- die Freizeit- und Erholungsmöglichkeiten,
- zeitgemäße Wohnformen
- sowie passende Begleitung und Pflege für alte Menschen.
Nicht zu vergessen:
Die Demographie wird unsere Gemeinde nachhaltig verändern.
In 15 bis 20 Jahren werden die 65- bis 85-jährigen die stärkste Einwohnergruppe sein. Die Zahl der über 85-jährigen Hochbetagten wird sich bis dahin mehr als verdoppeln. Die Bevölkerungspyramide steht im Jahr 2030 auch bei uns - einer pulsierenden Wohngemeinde - faktisch Kopf. Kein Lebensbereich wird von dieser Entwicklung unberührt bleiben.
Das Schlagwort „Barrierefreiheit“ bleibt nicht nur ein Schlagwort, sondern ist die zentrale Aufgabe! Sie ist bei Neubaugebieten bzw. Bebauungsplänen zu berücksichtigen (Tiefgaragen, Aufzüge, Straßenbeschaffenheit, wie Feh-, Radwege, niedrige Bordsteinkanten usw.).
Weitere Themen wie Attraktivierung und Verdichtung des Innenraums durch Schließung von Baulücken gewinnen an Bedeutung und sind eine große Herausforderung (Verdichtung mit Bedacht). Solange innerorts und in bestehenden Baugebieten noch zahlreiche Plätze brach liegen, ist die Ausweisung neuer Baugebiete nicht unter Hochdruck durchzuführen.
Die Verwaltung muss in interkommunaler Zusammenarbeit neue Wege gehen. Nicht jede Kommune kann künftig für sich alleine das gesamte Dienstleistungsangebot vorhalten. Zumindest schlummern in diesem Bereich noch erhebliche Einsparpotenziale, ohne dass eine Leistung für den Bürger entfallen muss. Hier ist an Datenschutz, gemeinsame Ausstattung für Bauhöfe, gemeinsame Spezialisten für Energie, Hausmeister usw. gedacht.
Es gibt gut funktionierende Vorbilder dafür.
Die Gemeinde wird auch zukünftig überfordert sein, alles allein zu meistern. Deshalb ist es wichtig, das ganze Feld des ehrenamtlichen Einsatzes, der Fördervereine, der Nachbarschaftshilfe oder auch des Sponsoring zu stärken. Dies gilt ganz besonders für Initiativen, die Jung und Alt zusammenbringen, sich der Jugendarbeit widmen oder auch Senioren dabei unterstützen, so aktiv und selbständig wie möglich am Ort integriert zu bleiben. Und last but not least dient es uns allen, wenn wir den örtlichen Handel und das Gewerbe unterstützen.
Liebe FWG‘ler, ich möchte mich für weitere 6 Jahre um das Amt des Bürgermeisters bewerben und möchte euer Bürgermeisterkandidat sein. Ich werde euch nicht enttäuschen.
Tegernheim, 19.10.2019 Max Kollmannsberger